02/07/2024 0 Kommentare
Roses Revolution Day - Gewalt unter der Geburt
Roses Revolution Day - Gewalt unter der Geburt
# Aktuelles

Roses Revolution Day - Gewalt unter der Geburt
Die Geburt ist einfreudiges Ereignis, sollte manmeinen. Dass eine Geburt mit Schmerzen verbunden ist, wird den meisten Menschen klar sein. Aber dass die Geburt eines Menschen oft mit Gewalt gegen die Gebärende verbundene ist, ist noch zu wenigen bekannt. Deswegen wurde der Roses Revolution Day 2011 in Spanien gegründet.
Auf www.unwomen.de, der Seite der FRauenin der UN, heißt es dazu:
"Die Roses Revolution ist eine friedliche Revolution gegen Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe. Jede Rose steht als Symbol für das Leid der Betroffenen, für ihre Geschichte und ihre Verletzlichkeit. Roses Revolution Deutschland wird von drei Frauen organisiert und betreut und verfolgt das Ziel, den betroffenen Frauen, Müttern, Familien und Geburtshelferinnen eine Stimme zu geben: Für eine menschenwürdige und sichere Geburtshilfe.
Am 25. November jeden Jahres sind Betroffene deshalb dazu aufgerufen, symbolisch eine rosafarbene Rose an den Ort niederzulegen, an dem sie Gewalt erfahren mussten und über ihre Erfahrungen zu berichten.
Der Aktionstag findet 2021 zum neunten Mal statt und erfährt wachsende Resonanz: Seit dem Start 2011 in Spanien machen jährlich immer mehr Menschen auf Missstände in der Geburtshilfe aufmerksam. So zählte das Organisationsteam in Deutschland in 2014 noch 50, in 2017 schon knapp 200 Rosenniederlegungen in mehr als 25 % der geburtshilflichen Einrichtungen. 2018 werden sich über 30 Länder weltweit beteiligen. Schätzungen von Expert*innen zufolge sind je nach Definition 10-50 % der Geburten in Deutschland von verschiedenen Gewaltformen in der Geburtshilfe betroffen. Zwar wächst das Bewusstsein, dass das Recht auf gewaltfreie Geburt essentiell ist, jedoch fehlt es weiterhin an politischen Konsequenzen."
Was das genau bedeutet, kannst du hier in diesem Artikel "...oder wollen Sie, dass Ihr Kind stirbt?" von Mascha Grieschat lesen (Triggerwarnung!), hier eine Aufzählung möglicher Gewalterfahrungen:
"Daten und Fakten: Gewalt in der Geburtshilfe1
Unter Gewalt in der Geburtshilfe sind Handlungen, Vorgänge und/oder systemische sowie soziale Zusammenhänge zu verstehen die sich während der Schwangerschaft, unter der Geburt oder im Wochenbett negativ auf die Gebärenden und deren (ungeborene) Kinder auswirken. Indirekt können auch Väter, Partner/innen, geburtshilfliches Personal oder Familienangehörige betroffen sein.
Physische Gewalt:
- Festhalten
- Festschnallen der Beine
- Keine freie Wahl der Geburtsposition und/oder Zwang, unter Wehen still zu liegen.
- Grobe Behandlung
- Medizinisch nicht indizierte Untersuchungen, bzw. Eingriffe
- Eingriffe (Dammschnitt, Kaiserschnitt, Fruchtblasensprengung, Ausschaben u.ä.)
ohne medizinische Notwendigkeit, ohne Aufklärung und/oder ohne Einverständnis
der Gebärenden/Schwangeren
- Gleiches bei Interventionen wie Medikamentengabe, Kristellern, Katheter legen
- Schläge, Ohrfeigen, Kneifen
Psychische Gewalt
- Ausübung von verbaler Gewalt, insbesondere durch Drohungen oder abschätzige
Bemerkungen, anschreien oder beschimpfen
- Diskriminieren (Alter/Gewicht/Herkunft/u.a.)
- Druck ausüben oder erpressen
- Gebärende unter Geburt allein lassen (außer, wenn sie dies ausdrücklich will)
- Keine (echte) Wahlfreiheit bei medizinischen Interventionen lassen
- Machtmissbrauch, Nötigung, Willkür
- Sexualisierte Gewalt in Form von Sprache, Witzen
- Verbot zu essen/trinken, sich zu bewegen
Strukturell bedingte Gewalt
- Aufgrund fehlender Raumkapazitäten oder Personalmangel weisen geburtshilfliche
Kliniken Frauen selbst unter Wehen und mit Voranmeldung ab
- Hebammenunterversorgung
- Schwangere bleiben ohne Betreuung zur Vorsorge, zur Geburtsbegleitung
- Mütter mit ganz jungen Säuglingen finden keine Nachsorgehebamme zur
Stillberatung
- Qualität der Geburtshilfe sinkt
- Kreißsaalschließungen, fehlende wohnortnahe Versorgung
- Haftpflichtproblematik: Hebammen geben auf und stehen nicht mehr für
Geburtsbegleitung zur Verfügung
Das (ungeborene) Baby ist durch die enge (körperliche) Bindung zur Mutter immer mitbetroffen, falls es nicht selbst ebenfalls direkt betroffen ist (z.B. durch frühzeitiges Abnabeln, unnötig hoher Blutverlust und Stress)." (M. Grieschat, Link zum ganzen Artikel, siehe oben)
In unserem Schwangerensalon bieten wir Infos und Austausch für Schwangere zusätzlich zum Geburtsvorbereitungskurs an, denn die Schwangerschaft ist eine aufregende Zeit und es entstehen viele Fragen. Valeria Lippert Valeria, langjährige SELFI-Leiterin, 6-fache Mama und Doula in Ausbildung, lädt jeweils zu einem Thema in den Salon mit Snacks (frisches Gemüse und Obst) ein und bietet einen thematischen Impuls, sowie eine Fantasiereise, Atemübung oder Massageanleitung an. Die Fragen aus der Gruppe (3-5 TN) stehen im Mittelpunkt. Ziel ist es, dich zu stärken und Themen zu besprechen, die im Geburtsvorbereitungskurs oft zu kurz kommen.
Ein Hygienekonzept liegt vor, im Notfall kann die Veranstaltung auch auf Zoom stattfinden. Anmeldung erforderlich, Termine einzeln buchbar. All genders welcome!
Am ersten Montag im Monat von 19-21 Uhr, wir bitten um eine kleine Spende für den Gemüsesnack, Anmeldung über unseren Kalender auf der Startseite
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